Z00121 Zen als Durchdringung von Versenkung und alltäglichem Leben (Teisho vom 8.10.2020)

Kattoshu Fall Nr. 28 (26): Kyogens Klang eines Bambusrohrs – Über die Zenpraxis der Verbindung von Versenkung und alltäglicher Arbeit.

In der Traditon des Zenbuddhismus wird seit Hyakujo Ekai, (720 – 814,) ausdrücklich Wert auf die Verbindung von Versenkung und täglicher Arbeit gelegt. Die produktive praktische Tätigkeit wird dabei als spirituelle Disziplin verstanden. Hyakujo Ekai legte die heute noch praktizierten Regeln für das Leben der Mönche in den Selbstversorgerklöstern fest.
Wenn wir diesem Weg folgen, können wir immer mehr erleben, dass der Umgang mit den praktischen Lebensfragen und den Dingen des Alltags zu unserem eigentlichen Lehrer wird.
Bleiben wir nur im Funktionieren, dann fehlt etwas Entscheidendes. Vollständiges Zen wird dagegen immer mehr zur Durchdringung von Versenkung und alltäglichem Leben. Und im Prozess des Erwachens werden wir natürlicherweise zu achtsamen Menschen.

Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende.
Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/
Herzlichen Dank

Z00120 Welche Normalität wünschen wir uns? (Teisho vom 27.9.2020 in Wuppertal)

Der Kaiser, der viel für den Buddhismus getan hat, befragte den indischen Mönch Bodhidharma, welches Verdienst er durch seine Förderung des Buddhismus erworben hätte. Bodhidharma antwortet: “Kein Verdienst”.
Wir selbst greifen heute kollektiv tief in die Welt ein und glauben oft noch, die Dinge im Griff zu haben. Gleichzeitig werden wir selbst mit alltäglichen Herausforderungen konfrontiert bis hin zur existentiellen Frage von Leben und Tod. Und speziell in der herrschenden Corona-Situation stellt sich uns die Frage, zu welcher “Normalität” wir zurückkehren wollen.
Wie der Dalai Lama sagt: Wir können dazu beitragen, zur größten Revolution der Menschheit beizutragen: der Revolution des Mitgefühls.

Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende.
Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/
Herzlichen Dank

Z00119 Die Frage von Leben und Tod (Teisho vom 6.9.2020)

Zenki Kapitel 18 Shobogenzo

Christoph Hatlapa nimmt ein Zitat von Zenmeister Dogen Zenji (1200-1253) als Anlass für diesen Vortrag: “Zusammen sind Leben und Tod das tatsächliche Erscheinen der Wahrheit” (Aus dem Zenki, Kapitel 18 Shobogenzo).
Auch in der Corona-Krise wird unser Verhältnis zum Tod und zur Vergänglichkeit kaum öffentlich thematisiert.
Wir können uns, besonders auch in Zeiten des Dank Corona entschleunigten öffentlichen Lebens, noch einmal verstärkt für die Natur im Kleinen wie im Großen öffnen. Wir können dann erkennen: gerade in der Vergänglichkeit zeigt sich die Liebe des Großen Lebens für sich selbst. Wie Dogen sagt: “Die Verwirklichung der Erleuchtung bedeutet wahres Leben – vollständiges freies Handeln”. Und die Übung und die Praxis fördert denjenigen flexiblen Geist, der sich im Großen Leben – zu dem Leben UND Sterben gehört – als Lebenselexier erweisen kann.

Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende.
Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/
Herzlichen Dank

Z00118 “Vermeide das Übel, praktiziere das Gute, reinige deinen Geist; dies ist die Lehre aller Buddhas” (Teisho vom 5.9.2020)

In Fall Nr. 225 (bzw. 215) des Kattoshu wird berichtet, wie der Zenmeister Niao-ko Tao-lin (jap.: Chōka Dōrin, 741–824) vom Gouverneur Bai Juyi (jap.: Haku Rakuten o. Letian, 772-846) nach der Essenz des Buddha-Dharma befragt wird und danach, wie man es übt. Als Antwort zitiert Meister Vogelnest (Niao-ko oder Choka bedeutet: Vogelnest) einen Satz aus dem Dhammapada: “Vermeide das Übel, praktiziere das Gute, reinige deinen Geist; dies ist die Lehrer aller Buddhas”.
Der in der Übungspraxis “gereinigte”, das heißt mit der ursprünglichen Buddhanatur in Einklang gebrachte Geist bringt uns dazu – ganz natürlich und ohne moralinsaure Anstrengung – Mitgefühl zu praktizieren.
Christoph Rei Ho Hatlapa erzählt die Geschichte der Übergabe des Zen durch Oi Saidan Roshi an seine deutschen Schüler und er berichtet, wie der Roshi sein Verständnis der Essenz des Zenbuddhismus weitergab.
Den Geist “zu reinigen”, bzw. das Mitgefühl im eigenen Herzen zu entwickeln, ist Ergebnis einer bewusst und selbstständig vorgenommenen Praxis, einer Übung. Im Kern des buddhistischen Weges ist also schon die soziale und politische Dimension und Wirkung angelegt. Durch die Übung, die selbstständige bewusste innere Praxis, verändert sich unsere Haltung im äußeren “realen” Leben und damit unsere Wirkung auf soziale und politische Zusammenhänge.
Neben der zunächst rein persönlichen Nutzung von Meditation und Übung für die eigene Weiterentwicklung kommt auf den folgenden Stufen des Entwicklungsweges das Auf-einander-Beziehen in der Sangha und dann auch die Wirkung im sozialen und politischen Leben ins Spiel. Das bedeutet es, die Erweckung des Mitgefühls im eigenen Herzens zu üben.
Letzten Endes geht es in der Übung nicht um persönliche Optimierung und Maximierung der eigenen biographischen Darstellung, sondern um die Fähigkeit, mit jeder Handlung und jeder Äußerung die Verbundenheit aller Wesen und Phänomene zum Ausdruck zu bringen und in Richtung von mehr Harmonie und Heilsamkeit zu entwickeln. Damit setzen wir die Tradition der 84 Generationen von Lehrern, angefangen mit dem Buddha, fort und geben sie weiter.
Christoph Hatlapa gibt die drei Statements von Oi Saidan Roshi weiter, die dieser seinen ersten Schülern in Deutschland, entnommen aus der Tradition des Zen-Buddhismus, ans Herz legte:
1.: Himmel und Erde und ich sind von derselben Wurzel, alle Dinge und ich sind von einer Substanz.
2.: Buddhismus ist, sich selbst kennenlernen. Sich selbst kennenlernen, heißt, sich selbst vergessen. Sich selbst vergessen, heißt, mit der ganzen Natur in Harmonie zu treten. (Dogen)
3.: Der wahre Weg ist nicht schwer, er verabscheut nur wählerische Wahl und Anhaftung. (Joshu)

Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende.
Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/
Herzlichen Dank            

Z00117 Dana und die 6 Vollkommenheiten (Teisho vom August 1999)

Ein Teisho über Großzügigkeit als natürlicher Fließprozess.

Christoph spricht über Dana (übersetzt als Freigebigkeit oder Großzügigkeit) im Verständnis jenseits von materiellem Wert. Welche Art von Reichtum haben wir tatsächlich zu geben?
Ein Beispiel ist unsere Präsenz, die wir unserem Gegenüber schenken, in Form als Einfühlung, als Verständnis, als gute  Kommunikation. Aber auch Versöhnung, Dankbarkeit oder Raum geben für Entwicklung oder Klarheit, kann als Dana verstanden werden.
In unserem erwachsenen Leben, haben wir manchmal die Vorstellung, dass unsere Batterie leer sei. Geben fühlt sich dann als einseitiger Prozess an.
In der Zen Übung können wir eine andere Form von Geben erfahren: Geben als Prozess des Durchströmtwerdens; wie bei einem Kanal; hier fließt die Energie ab, dort fließt neue Energie zu.
Wir können dem Strömen eine Richtung geben – aber, das Strömen kommt von alleine, wenn wir es zulassen.
Die meisten Dinge, die wir zu geben haben, sind nicht in Mark und Pfennig zu berechnen.
Wir können ein Tempel ohne Tor sein. (Abschlussgeschichte).
Erklärung der 6 Paramitas:
Paramita = Prozess des Transzendierens (Die sechs Tugenden/Vollkommenheiten)
Dana – Großzügigkeit
Sila –   „Verkehrsregeln auf dem Weg der Erleuchtung“ (Richtlinien)
Kshanti – Weitherzigkeit (Geduld)
Virya – Entschlusskraft
Dhyana- Besonnenheit (Versenkung)
Prajna-   Weisheit / Einsicht

Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende.
Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/
Herzlichen Dank            

Z00116 Absichtslosigkeit und die dreifache Weisheit (Teisho vom 11.7.2020)

Meister Chosa ist bei seinem Spaziergang nicht zielstrebig unterwegs; jedenfalls nicht in unserem Sinne von Zweckdienlichkeit.
Chosa war Schüler von Nansen, zu seinen eigenen Schülern gehörte Kyosan. Als Kyosan seinem Lehrer gegenüber seine Ergriffenheit zeigt, bringt der Lehrer ihn sofort handgreiflich zurück in die unmittelbare Gegenwart.
Kommen und Gehen geschieht für den Meister Chosan im Einklang mit der ursprünglichen Weisheit, der Weisheit des Tatagatha. Im Avatamsaka Sutra heißt es dazu: “Es gibt keinen Ort, den die Weisheit des Tatagatha nicht erreichte. Es gibt kein einziges empfindendes Wesen, das nicht im vollen Besitze der Weisheit des Tatagatha wäre. Nur aufgrund ihres falschen Denkens, ihrer Täuschung und ihrer Anhaftung vermögen die Wesen dies nicht zu erkennen. Wenn es ihnen nur gelänge, ihre irrigen Gedanken aufzugeben, würden sich die allumfassende Weisheit, die spontane Weisheit und die ungehinderte Weisheit von selbst in aller Klarheit manifestieren.”

Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende.
Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/
Herzlichen Dank

Z00115 Den eigenen Geist klug gebrauchen und den Segen des Buddha-Dharma weitergeben (Teisho vom 10.7.2020)

In diesem Vortrag spricht Christoph Rei Ho Hatlapa über die Wirkung des Zen-Weges in seinem eigenen Leben und von der Übungspraxis als Kraftquelle. Zur Tradition der Lehren des Buddha gehört auch die Weitergabe dieser Tradition, die “Weitergabe der Leuchte”. In diesem Sinne geht es für uns darum, als Gemeinschaft kreativ zu werden und den Segen des Weges für die nächste Generation sichtbar zu machen. Es geht dabei darum, zu lernen unseren Geist in Übereinstimmung mit den anderen Wesen klug zu gebrauchen. Und uns an den Früchten der Kooperation auf diesem Planeten zu erfreuen.

Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende.
Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/
Herzlichen Dank

Z00114 Die Erscheinungen und das Wesen der Einheit Oder: Die gegenseitige Durchdringung und Ermöglichung aller Phänomene und Wesen (Teisho vom 8.7.2020)

Alle Dinge, so fragt ein Mönch Meister Joshu, kehren – nach der Lehre des Avatamsaka Sutra – in das Eine zurück. Wohin aber kehrt das Eine zurück? Aus der Einsicht und der Übung ergibt sich die Konsequenz, die gegenseitige Durchdringung und Ermöglichung aller Phänomene und Wesen zur Kenntnis nehmen und in unseren Entscheidungen und Handlungen zu realisieren.
In den Lehren der Kegon-Schule heißt es, dass Alle Dinge aus den “drei Reichen”, nämlich aus dem Reich der Formlosigkeit, dem Reich der Form und dem Reich des Begehrens oder des Intentionalen, jeweils auf “das Eine” zurückgehen.
Nach der Lehre des Kegon werden vier Dharmadhatu – Bereiche oder Erscheinungsformen – unterschieden:
Das Dharmadhātu des Li’ (jap. ri) ist der Breich des einen Prinzips der śūnyatā.
Das Dharmadhātu des Shih’ (jap.: ji) Shih kann etwa mit ‘Bereich’ des Relativen und aller Dinge und Phänomene übersetzt werden.
Das Dharmadhātu der Nichtbehinderung von Li durch Shih’. Dieses Reich wird als das “Reich der gegenseitigen Durchdringung zwischen Absolutem und Phänomenen” angesehen.
Das Dharmadhātu der Durchdringung zwischen Shih und Shih’. Dieses Reich (Sanskrit: dhātu) ist “das Reich der gegenseitigen Durchdringung der Phänomene”.

In unserem Fall geht es um das Verhältnis der Einzeldinge und Wesen zum übergreifenden Einen. Joshu antwortet auf die Frage nach diesem Verhältnis mit dem Verweis auf ein sinnlich erfahrbares Ding, sein selbst gemachtes Hemd aus Hanf. Das solide Hemd aus robustem Hanfgarn besteht aus einzelnen Fäden und die einzelnen Fäden erfüllen ihre Funktion im Gewebe des des Hemdes. Das Hemd lässt sich auf die Fäden zurückführen und die Fäden finden ihren Zusammenhang und ihre Nützlichkeit als Hemd. Über diesen Bezug zwischen Einzelphänomen und übergreifendem Ganzen hinaus legt die Kegon-Philosophie noch besonderen Wert auf die gegenseitige Durchdringung der Einzelphänomene. Jedes Einzelphänomen, jedes einzelne Wesen, jeder einzelne Mensch, wird erst dadurch lebendig und aktiv, dass es oder er mit allen anderen Phänomenen in unmittelbarer gegenseitiger Durchdringung existiert. Diese gegenseitige Verbindung und Durchdringung aller Phänomene und Wesen begründet die Einheit von Erkenntnis und Mitgefühl.

Z00113 Das Erwachen zu unserem ursprünglichen Potential (Teisho vom 7.7.2020)

Auf dem spirituellen Weg stellen wir uns der Herausforderung, die Welt einschließlich unserer Selbst erst einmal so zu akzeptieren, wie die Welt ist und wie wir selbst sind. Und auf dieser Basis baut dann die Möglichkeit auf, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. In der gegenwärtigen Corona-Krise ergibt sich die Chance, das eigene Leben zu entschleunigen. Und in Erwartung der Rückkehr zur sogenannten Normalität des Funktionieren-Müssens und des Wachstums stellt sich die Frage, was ein ernst genommenen Selbstverantwortung bedeutet. Weil wir im bloßen Funktionieren und Weitermachen-wie-bisher aus der Verantwortung für die Konsequenzen des eigenen Handelns fliehen.
Wenn es uns um das Erwachen geht, dann stellt sich uns die Frage: wozu wollen wir erwachen? Und in der Praxis der Übung können wir die ursprüngliche nicht-korrumpierbare Buddhanatur, die in jedem von uns verborgen ist, kultivieren und in ernst genommenem selbstverantwortlichen Handeln realisieren. Dann kann “jeder Tag ein guter Tag” sein.

Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende.
Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/
Herzlichen Dank

Z00112 Dana und die 6 Vollkommenheiten (Teisho vom August 1999)

Christoph spricht über Dana (übersetzt als Freigebigkeit oder Großzügigkeit) im Verständnis jenseits von materiellem Wert. Welche Art von Reichtum haben wir tatsächlich zu geben?
Ein Beispiel ist unsere Präsenz, die wir unserem Gegenüber schenken, in Form als Einfühlung, als Verständnis, als gute Kommunikation. Aber auch Versöhnung, Dankbarkeit oder Raum geben für Entwicklung oder Klarheit, kann als Dana verstanden werden.
In unserem erwachsenen Leben, haben wir manchmal die Vorstellung, dass unsere Batterie leer sei. Geben fühlt sich dann als einseitiger Prozess an.
In der Zen Übung können wir eine andere Form von Geben erfahren: Geben als Prozess des Durchströmt-werdens; wie bei einem Kanal; hier fließt die Energie ab, dort fließt neue Energie zu.
Wir können dem Strömen eine Richtung geben – aber, das Strömen kommt von alleine, wenn wir es zulassen.
Die meisten Dinge, die wir zu geben haben, sind nicht in Mark und Pfennig zu berechnen.
Wir können ein Tempel ohne Tor sein. (Abschlussgeschichte).
Erklärung der 6 Paramitas:
Paramita = Prozess des Transzendierens (Die sechs Tugenden/Vollkommenheiten)

Dana – Großzügigkeit
Sila – „Verkehrsregeln auf dem Weg der Erleuchtung“ (Richtlinien)
Kshanti – Weitherzigkeit (Geduld)
Virya – Entschlusskraft
Dhyana- Besonnenheit (Versenkung)
Prajna- Weisheit / Einsicht

Um jungen Erwachsenen den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir Sie um eine Spende.
Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/
Herzlichen Dank

Schreibe einen Kommentar