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How to live on the Planet Earth von Nanao Sakaki

Wie man auf dem Planeten Erde lebt

Verweile in der Nachbarschaft
von Sternen und Regenbögen.

Mit Eselsohren
lausche dem Flüstern des Windes.

Mit einem Affenleib treibe dich herum
in Bergen und Flüssen.

Schwelge in der Natur,
Verschwende nichts, begehre nichts im menschlichen Leben.

Arbeite nicht ohne herzhaft zu schwitzen.

Aus der Ferne,
ah einer meiner lieben Freude kommt,
Lass uns Rettiche haben, selbstgemachten Sake und Lieder.

Schatten des Schattens –
Supermarkt, Krankenhaus & Bank,
welch perfekter Anblick.

Am Horizont der Leere
Gehen die Autoritäten unter.

Die Sonne & der Mond
für immer zu schauen.

 

Dwell in the neighborhood
Of stars & rainbows.

With donkey’s ears
Listen to the wind whispering.

With monkey’s limbs
Hang around mountains & rivers.

Be rich in the wildlife.
Waste not, want not in human life.

Don’t work without hearty sweat.

From afar
Ah, one of my dear friends arrives.
Let’s have a daikon dish, home-made sake & songs.

Shadow’s shadows –
Supermarket, hospital & bank –
What a perfect sight.

Under the horizon of the void
The authorities set.
The sun & the moon to look forever.

Aus: Nanao Sakai, Let’s eat stars, 1997
Original: Bellyfulls, 1966

Nanao Sakaki (1923-2008)

Als Zwanzigjähriger sollte Nanao Sakaki auf einer südjapanischen Insel amerikanische Flieger per Radar beobachten oder auch mit dem FLAK abschießen und sich im Falle der japanischen Niederlage, die Befehle dazu lagen schon in den Schubladen der Offiziere, Seppuku begehen. Er aber las Kropotkin und Dostojewski, ließ sich einen Bart wachsen und stellte sich mit verschränkten Armen draußen auf die Straße, als die amerikanischen Kampfflieger kamen. Nachdem er weder von den Amerikanern niedergemäht wurde noch sich den Bauch aufschlitzen musste, wanderte er 15 Jahre lang durch Japan, von Nord nach Süd und von Süd nach Nord, erforschte die lokale Kultur, die Wälder und die Bars und lernte Chinesisch und verschiedene europäische Sprachen. In den späten Sechzigern wanderte er durch Nordamerika, lernte Allan Ginsberg kennen und wurde der beste Freund von Gary Snyder. Zurück in Japan organisierte er Proteste gegen AKWs und Flughäfen auf südjapanischen Koralleninseln und gründete eine Landkommune die bis heute besteht. Er wanderte und dichtete in der Tradition von Basho, Issa und Ikkyu. Noch mit über Sechzig betrat er die Bühne einer Literaturlesung mit einem Purzelbaum. In der Wüste von Arizona, von einem hochrangigen Buddhisten nach seiner Traditionslinie befragt, antwortete er: «I need no lineage. I am desert rat».

Verkleidung der Terrasse/Porche

Unsere Terrasse ist nun langsam winterfest. Die Bodenisolierung wurde ja schon vor einiger Zeit vorgenommen. Numehr sind von Tobias die Fensterfronten eingebaut und nach Augenzeugenberichten gewinnt der Platz / jetzt Raum ungemein an Behaglichkeit und Geborgenheit. Die Sorge, man säße nun in einem hitzigen Gewächshaus, abgeschnitten von Luft und Natur, hat sich nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, durch Öffnung der Türen herrscht ein wohltuender Luftzug und man dockt direkt an das Außen an. Bingo

Schaut es Euch bei Eurem nächsten Besuch an. Das Herbstsesshin wäre eine gute Gelegenheit.

 

ToGenJi-Tempel-Manifest

Das ToGenJi ist ein Ort der Zenpraxis und der Kooperation mit der inneren und äußeren Natur.

Es ist örtlicher Bezugspunkt für Praktizierende, insbesondere Laienordinierte und Mönche und Nonnen, und ein Trainingszentrum für die vertiefte Praxis der Mitgliedsgruppen von Choka Sangha.

Mitglieder der Choka Sangha sind eingeladen, mit ihrem eigenen Engagement zur Verwirklichung der Ziele des ToGenJi beizutragen.

ToGenJi unterstützt den Aufbau örtlicher Praxisgruppen und fördert die Übung der Zenkünste wie Ikebana / Blumenstecken, Chadō / Teezeremonie oder Shodō / Kalligraphie.

Unsere Praxis und Übung gründet sich in den jahrhundertealten Wurzeln der Tradition des Zen-Buddhismus und in der Ökologie, speziell der Permakultur mit ihren ethischen Prinzipien “Sorge für die Erde, Sorge für die Menschen und Wachstumsrücknahme und faires Teilen der Ressourcen”.

Zur Tradition der Zen-Mönche und -Nonnen gehört die eigene Verantwortung für ihren Unterhalt und auch die Anlage von Gärten zur Selbstversorgung. Die klassischen Klöster mit ihren Gärten waren und sind auf Nachhaltigkeit angelegt und gewinnen auch ihre besondere Ästhetik erst durch die Dauer.

Behutsam und kontinuierlich verwandeln wir ein Stück ehemalige Agrar-Wüste in ein fruchtbares Paradies, unseren ToGenJi-Garten, der zu unserer Freude und Ernährung beiträgt. Dazu wenden wir die Erkenntnisse aus der Permakultur und anderen Systemen der Nachhaltigkeit an.

Wir nehmen uns Zeit, die Lebensbedingungen und Lebensgemeinschaften der Pflanzen und Tiere zu erforschen, mit ihnen zu kommunizieren und sie durch mitfühlende und achtsame Aktivität zu unterstützen. In unserer Begegnung mit ihnen erleben wir unsere Zusammengehörigkeit und Verbundenheit.

Wir erforschen unsere innere Natur in der Meditation und in unserem Gemeinschaftsleben von Laien und Laiinnen, Mönchen und Nonnen.

Was es für uns heißt, Mönch oder Nonne zu sein:

  • wir fühlen uns verantwortlich dafür, den Tempel nach außen zu vertreten
  • wir streben nach innen an, Vorbild für die Praxis zu sein
  • wir fühlen uns in besonderer Weise für ToGenJi und seine Weiterentwicklung  verantwortlich
  • wir unterstützen und initiieren Projekte, die den Dharma fördern (z. B. Ausbildung im Teeweg, Tenzo / Küchenleitung im Zengeist, etc.)
  • wir bekennen uns dazu, Zen zu unserem Lebensmittelpunkt zu machen
  • wir streben an, den Zengeist auch in andere Lebensbereiche einzubringen (z. B. durch soziales Engagement und durch Unterstützung von Gemeinschaftsbildungsprozessen)
  • wir suchen Brücken zu verwandten spirituellen Übungswegen
  • wir entnehmen die Ordnungsprinzipien im Tempel und innerhalb der Zen-Übung aus der Lehre des Dharma und aus dem klassischen Senioritätsprinzip, das sich nach der Dauer der Zugehörigkeit zur Sangha, bzw. der Ordination ableitet

Gemeinschaftsleben lässt uns unsere Emotionen und Sensibilitäten erfahren und in der Meditation deren Ursachen erforschen.

In offenen Konflikten wenden wir die Methoden der Mediation und der GfK zur Konfliktklärung an.

Wir lassen den Geist der Gemeinschaft sich entfalten und spürbar werden, indem wir aufeinander achten und voneinander lernen, durch Beobachtung, Nachahmung und Einfühlung.

Wir folgen der Lehre des Buddha im mittleren Weg. Wir vermeiden Dogmatismus und Gleichgültigkeit gleichermaßen. In Dankbarkeit nehmen wir an, was uns gegeben wird.

Wir ehren die Form und Essenz der Zenübung, die sich durch jahrhundertelange Praxis bewährt hat und passen die Formen unter Erhalt ihrer Essenz gemeinsam und behutsam an unsere westlichen kulturellen Bedingungen an.

Wir üben uns in Spurlosigkeit sowohl auf der materiellen als auch der emotionalen und spirituellen Ebene. Unser Handeln ist sorgsam und konzentriert.

Als Mitglied von Choka Sangha unterstützen wir diesen Ort der Praxis mit unserem nachhaltigen Engagement. Je nach Dauer der Zugehörigkeit, individuellen Möglichkeiten und persönlicher Entwicklung gestalten wir die Verbindlichkeit dieses Engagements. Wir sind uns bewusst, dass unsere spirituelle Entwicklung der zentrale Punkt in unserem Leben ist.

Wir heißen Gäste willkommen, die sich diesen Themen und dieser Haltung widmen und unterstützen sie nach besten Kräften auf unserem gemeinsamen Weg.

 

Kalligraphie Seminar mit Kaz im ToGenJi

Im Juni war der japanische Kaligraphie Küstler Kaz im ToGenJi – das ist schon ein paar Tage her, aber ein paar Impressionen von Dirk Wehmeyer wollen wir Euch nicht vorenthalten:

Mitgliederversammlung 2017

Unsere Choka-Sangha Mitgliederversammlung 2017 findet am

Sonntag den 22.10. um 13.30 Uhr im ToGenJi statt. – Das ist am Ende vom Herbstsesshin

Alle Mitglieder und auch Nicht Mitglieder sind herzlich eingeladen teilzunehmen und an Entscheidungen mitzuwirken.

Stay tuned: 

eventuell wird die Mitgliederversammlung als Internet-Live-Stream auch von auswärts zu verfolgen sein. Möglicherweise sogar mit Audioteilnahme. Wir klären grad die technischen Möglichkeiten und werden das hier gegebenfalls veröffentlichen.

Zentag Niederrhein

Am Sonntag den 05. November findet beim Zenkreis Niederrhein ein Zentag mit Christoph Rei Ho Hatlapa statt.

Anmeldungen bei Ute Wesky-Behmenburg der Zengruppe Niederrhein

News und Sesshin von Kyo Shin Menno Visser

Unser lieber Menno Wisser, der ein Dharma Enkel von Christoph ist, da er ein Dharmanachfolger von Regina Weißbach aus Bremen ist, bietet folgende Veranstaltungen an. Außerdem besteht ab jetzt gleich sofort die Möglichkeit, seine Teishos kostenlos anzuhören bzw. herunterzuladen: http://neu.zenkreis-bremen.de/medien/vortraege-menno-visser/

Sesshin  vom 17.-19. November in Bremen im Atrium / Anmeldung

Kyo Shin Menno Visser ist eigentlich Dr. Menno Visser, er ist Arzt für Arbeitsmedizin. Daher hat er arbeitsmedizinische Erkenntnisse auf die Zenpraxis angewandt und bietet ein leicht verändertes Sesshin-Format an: Wir wecken erst um 5:00 Uhr und gleichen das durch kürzere Pausen wieder aus, was möglich ist, da das Sesshin in einem Gebäude mit kurzen Wegen stattfindet. Hintergrund: Für ein Wochenendsesshin finde ich es ungünstig, wenn um 4:00 Uhr geweckt wird, weil die Teilnehmer dadurch aus dem Zeitrhythmus gebracht werden. Darunter leidet dann an den folgenden Tagen die Zenpraxis im Alltag. 5:00 Uhr ist auch noch früh, aber doch mehr an den Alltag angepasst.

Wie ich finde eine sehr nachahmungswerte Anpassung an unsere westliche Kultur.

Zudem gibt es einen Zentag bzw. Tagessesshin am 16.12.2017 / Anmeldung