Zur Namensgebung

 

Zur Begegnung von Dorin Choka, “Meister Vogelnest”, mit dem Gouverneur, Dichter und Zen-Laien Bai Ju Yi:
Meister Dorin, auch genannt Choka, (chin.: Niaowo Daolin  741-824), trat mit neun Jahren in ein buddhistisches Kloster ein und legte mit 21 die Gelübde ab. Er soll in besonderer Weise das Kegon- (Avatamsaka-) Sutra studiert haben. Später zog er sich auf den Berg Shimbo zurück und entwickelte die Gewohnheit, in der Astgabel einer Kiefer Zazen zu üben. Von seinen Zeitgenossen bekam er daraufhin den Beinamen Choka, Vogelnest.
Der Dichter Bai Ju Yi, (jap.: Hakurakuten 772 – 846), ursprünglich ein höherer Beamter in Changan, der damaligen Hauptstadt Chinas, setzte durch sozialkritische Äußerungen seinen Posten auf´s Spiel. Jedenfalls wurde er in den Süden (straf-?) versetzt. Als Vorsteher der Distriktverwaltung von Koshu wurde er dann Schüler von Meister Dorin Choka.  Als Beamter war Bai Ju Yi natürlich literarisch hochgebildet, kannte die klassischen Werke von Lao Tse und Kung Tse selbstverständlich auswendig, schrieb und dichtete selbst und kannte daher auch die damalige buddhistische Literatur genau.
Der Legende nach befragte Hakurakuten den Meister Dorin bei ihrer ersten Begegnung, ob die Position, die er da oben in seiner Astgabel hätte, nicht ziemlich gefährlich sei. “Nicht so gefährlich, wie deine Position!”, meinte daraufhin Meister Dorin zu dem Distrikt-Gouverneur.
Später, er war wohl schon längere Zeit Laienschüler, stellte Hakurakuten dann die berühmte Frage:
„Was ist das Wesen – oder die „Große Absicht“ – des Buddhadharma?“
Meister Dorin sagte darauf: „Meide das Unheilsame und tue Heilsames.“
Hakurakuten war offenbar überrascht von dieser Antwort, denn er sagte: „Ist das die Große Absicht? Das weiß ja jedes Kind!“
Und Meister Dorin antwortete:  „Auch wenn jedes Kind das weiß, so muss doch selbst ein alter Mann von achtzig Jahren andauernde Anstrengungen unternehmen, um das zu praktizieren!“
(zusammengestellt von Jürgen Windhorn)

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