Zen Buddhismus

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Rinzai Gigen Zenji (chin.:Lin-Chi-I-hsüan, 9. Jh.) sagte:
“Wusstet ihr schon, dass der Buddha sagte: Das wahre Dharma ist anders als Worte. Es ist weder begrenzt noch bedingt.”

Daher laden wir herzlich ein, an einem unserer Sesshin teilzunehmen, denn nur die eigenen Erfahrungen, die während der Zen-Übung gemacht werden, ermöglichen mit der Zeit, oder auch ganz plötzlich, eine Ahnung und eine tiefe Erkenntnis über unsere wahre Natur.

Dōgen Zenji sagt:
“Die Praxis des Zazen ist kein Ort, den die Leute lieben, aber sie ist die Heimat für alle.

Ursprung des Zen

Die Wurzeln des Zen reichen bis zum historischen Buddha Shākyamuni Siddhartha Gautama (563-483 v. Chr.) in Indien zurück, der in schweigender Versenkung die Wahrheit erkannte und so Erleuchtung erfuhr. Laut buddhistischer Lehre kann jede Praktizierende diese Erleuchtung erfahren, durch ethisches Handeln, den Erwerb von Weisheit und die Praxis der stillen Versenkung (Zazen).

Im 6. Jahrhundert brachte der Mönch Bodhidharma den Buddhismus von Indien nach China. Unter dem Einfluss der chinesischen Kultur, insbesondere durch Kontakt zur Lehre vom Dao, erfuhr der Buddhismus die charakteristischen Veränderungen, die sich zum Chan entwickelten.

Von China gelangte der Zen Buddhismus im 12. Jahrhundert nach Japan. Dort prägte er die gesamte japanischen Kultur, insbesondere die Teekultur (Chado), den Blumenweg (Kado), die Kalligraphie (Shodo), die darstellende Kunst (Nodo), die Kampfkünste (Bushido) und die Ästhetik im Alltag. Die formale Meditation erhielt dadurch ihr typisch japanisches Gepräge (Zazen).

Im weiteren Verlauf gelangte der Zen Buddhismus nach Europa und Nordamerika. Seit den 1970er und 80er Jahren entstanden dort verschiedene Zen-Zentren und Übungsgruppen und schließlich gelangte die Lehre Bodhidharmas in das niedersächsische Dorf Steyerberg.

Tuschebild Bodhidharmas

Tuschebild von Bodhidharma, ein Geschenk Oi Saidan Roshis zur Einweihung unserer Zendo in Steyerberg

Rinzai-Zen

In China entstanden fünf Zenschulen, von denen bis auf den heutigen Tag die Soto- und die Rinzaischule existieren. Während Soto den Schwerpunkt auf Shikantasa (nur Sitzen) legt, betont die Rinzaischule das Üben mit Koan (Koan-Zen). Zen wurde erstmals von Buddha auf seinen Nachfolger Mahakashyapa übertragen. Seitdem gibt es eine lückenlose und direkte Übertragung vom Meister auf den Schüler (Traditionslinie). Mit seinem kraftvollen und eigenwilligen Lehrstil prägte der chinesische Meister Rinzai Gigen (gest. 866 n. Chr.) das Zen. Nach ihm ist diese Linie des Mahayana-Buddhismus benannt. Die charakteristische Übungsform des Rinzai-Zen mit ihrer Geistesschärfe, ihrem Humor und der strengen Übungspraxis unterstützt die Umsetzung von Spiritualität in den Alltag.

Choka Sangha übt Zen in der Rinzai-Tradition.

Die Grundelemente der Rinzai-Schulung sind damals wie heute: Zazen, Kinhin, Koan, Dokusan, Teishō und Samu

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