108 Der wahre Mensch ohne Rang im Klimawandel (Teisho vom 15.3.2020 in Potsdam)

Neben den Koansammlungen wird im Zentraining der Rinzai-Tradition auch die Sammlung mit biographischen Anekdoten über Meister Rinzai als Koansammlung bearbeitet.

Der wahre Mensch ohne Rang … – so bezeichnet Meister Rinzai (chinesisch: Linji Yixuan, gest. 866) den Menschen, der zu seiner ursprünglichen Natur erwacht ist. Was dieses Erwachen aber im Wesen ausmacht, das ist, so heißt es im Zen, nicht in Worten auszudrücken. Dasjenige, um das es auf dem Zen-Weg geht, kann nicht benannt werden.
Dieser “wahre Mensch”, der mit dem nicht wirklich begrifflich fassbaren Dao im Einklang lebt, stand auch schon bei Lao Tse und in der Anekdotensammlung des Tschuang Tse im Mittelpunkt. Die buddhistische Tradition, die wir als Zen kennen, übernahmen im China der Tang-Zeit nicht nur die Metaphorik aus dem Daoismus, sondern auch eine sehr lebenspraktische Haltung gegenüber dem Alltag.
Unser Alltag des Konsums und des Wachstumszwangs wird sich auf dem Weg zu einer von Mitgefühl und Weisheit geleiteten Gesellschaft in der Gestalt ähnlich dramatisch verändern müssen, wie die morphologische Wandlung von einer Raupe zu einem Schmetterling verläuft. Noch können wir uns eine lebensdienliche Gestalt unseres Alltag genauso wenig vorstellen, wie sich vielleicht eine Raupe die Gestalt eines Schmetterlings vorstellen kann. Aber diejenigen Zellen, die den Wandeln initiieren, sind bereits aktiv. Wir können uns jetzt für die Impulse aus diesen Zellen, die den Wandel in Gang setzen, öffnen. Der wahre Mensch, von dem Meister Rinzai sprach, braucht allerdings, um sich zu zeigen und zu entwickeln, unsere Praxis und unsere Übung.

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