Z0118 Die vier Tore von Joshu (Teisho vom 4.12.2020)

Im Koan Nr. 9 des Hekiganroku wird von der Frage eines Mönches an den Meister Joshu berichtet: «Was ist Joshu?» – Joshu, so hieß die Stadt, nach der Meister Joshu benannt wurde. Die Antwort des Zenmeisters: «Das Osttor, das Westtor, das Nordtor, das Südtor», lässt den Mönch, der wissen wollte was der Meister zu bieten hätte, außen vor. Denn der Mönch bleibt in der Position des gegenüber stehenden Frage- und Bittstellers. Er möchte etwas von Joshu wissen und erhalten, kann aber nicht eindringen. Joshu zeigt sich – wie die Stadt, nach der er benannt wurde – als in alle Richtungen offen, bleibt aber unverfügbar, wenn er als Gegenüber und als Ressource angesehen wird. Joshu macht klar: Nur durch die eigene Übung – nicht durch eine äußere Ressource – können wir uns mit der Kraft der ’Unbegrenztheit’ aufladen und unsere innere Reichweite steigern. Nur dann werden unsere Knochen zu «Buddhas Knochen» … – wenn wir es denn verwirklichen.

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