Im Rahmen der Mönchsordination dreier Praktizierender erinnert Christoph Rei Ho Hatlapa an die Überlieferung von Huineng und zitiert eine Passage aus dem 10. Kapitel des Diamant-Sūtras: »Ein Buddha sollte einen Geist entwickeln, der nirgendwo verweilt.« Ein Bewusstsein also, das weder an Sinneseindrücken noch an Konzepten haftet. Doch wie kann ein Mensch frei von Anhaftung leben und zugleich Verantwortung für die Welt übernehmen? Im Zentrum steht die Praxis der Gelübde: nicht als moralische Vorgaben, sondern als lebendige Schulung des Geistes im Alltag von Gemeinschaft, Sprache, Konflikt und Mitgefühl. Sie weisen auf einen Weg, der Freiheit nicht gegen die Welt stellt, sondern mitten in ihr verwirklicht.
In diesem Sinne ist die Ordination kein besonderer Status oder Abschluss, sondern der bewusste Schritt in eine Praxis, die Einfachheit, Geduld und Mitgefühl nicht idealisiert, sondern verkörpert – Tag für Tag, inmitten der Bedingungen des Lebens.
Anmerkung:
Die Aufzeichnung des Teishos endet mit dem Beginn der nachfolgenden Ordinationen.
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