Z0085 Der heilige Geist im Zen (Teisho vom Pfingstsesshin 2000)

Teisho vom Pfingstsesshin 2000 – Shoju Roku Fall 4

Pfingsten wird von Christen als Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert. 

Apostel und Jünger erfahren 49 Tage nach der Auferstehung Jesu, die sogenannte Ausgießung des Heilige Geistes. Dieses Ereignis wird als ein außergewöhnlichen Zustand beschrieben, ein Sturm der über den Platz kam, einer Ekstase gleich, eine Art kollektiver Trance, die hellwach macht und den Festbesuchern, die aus verschiedenen Ländern kamen, den Eindruck vermittelte, die Aposteln würden plötzlich in ihrer jeweiligen Muttersprache sprechen („Pfingstwunder“). Dies wirkte auf einige so, als wären die Apostel betrunken oder irre. Und einige bekamen auch Angst. 

Dieser lebendige Sturm des Heiligen Geistes weht, wo er will. Auch hier und jetzt. 

Das starke Erlebnis der Jünger an Pfingsten können wir als Erleuchtungserlebnis, vielleicht auch als Dharmaübertragung verstehen. Wenn uns das geschieht, wenn wir unserer tiefsten Einsicht Ausdruck verleihen, kann das absolut ekstatisch sein, wir sind tief erschüttert, die üblichen Grenzen unserer Wahrnehmung sind gesprengt. Wir sind plötzlich wirklich und wahrhaftig ganz und gar lebendig, mit Haut und Haar. Wie der Roshi gesagt hat“ Zazen is Ecstasy!“ 

Christoph fragt in diesem Teisho, was ist es denn, was wir suchen, wenn wir uns auf den Zenweg begeben? Und eine Antwort ist: Lebendigkeit! Das wirkliche Leben. 

„Wenn ein Mensch die ganze Lehre und alle Gebot erfüllt hat, aber die Wonne und das Entbrennen hat er nicht gehabt, wenn der stirbt und hinübergeht, öffnet man ihm das Paradies. Aber weil er in der Welt die Wonne nicht gefühlt hat, fühlt er auch die Wonne des Paradieses nicht.“ Martin Buber. 

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