Z00246 »Über den Himmeln und darunter bin ich allein der Geehrte.« (Sommer-Sesshin 16.07.2025)
Fall 122 des Shūmon Kattōshū knüpft mit diesem Ausspruch Buddhas an die Legende zu seiner Geburt an. Dabei wies Buddha selbst immer wieder darauf hin, dass er ein Mensch sei und keine überirdische Gestalt. Er hatte besondere Einsichten, doch diese sind nicht exklusiv. Auch wir können diesen Weg gehen. Im vorliegenden Koan reagiert Zen-Meister Ummon dann auch entsprechend drastisch: Hätte er diesen Moment miterlebt, hätte er Buddha mit einem Stock erschlagen. Auch im Diamant-Sutra heißt es: Wer Buddha in Form oder Stimme sucht, wird ihn nicht finden. Denn äußere Merkmale sind letztlich Täuschungen. Wer aber die zeichenlose Natur der Zeichen erkennt, dem begegnet der Tathāgata. Denn die Wirklichkeit wird nicht in isolierten Formen, sondern im Zusammenhang aller Dinge erkannt. Darauf weist auch das berühmte Koan Mumonkan 6 hin, in dem Buddha eine Blume hochhält. Während die meisten nur eine Blume sehen, erkennen Buddha und Mahākāśyapa, dass diese Blume das ganze Universum enthält. Kompost, Sonne, Regen, Wind, Erde, Zeit – alles wirkt in ihr zusammen. Zu erkennen, dass eine Blume aus Nicht-Blumen-Elementen besteht, bedeutet, die Täuschung getrennter Zeichen zu durchbrechen. Dieses tiefe Schauen ermöglicht es uns, die Begrenztheit unserer Wahrnehmung zu überwinden. Wir erkennen, dass Menschen – selbst Konfliktpartner oder Feinde – Teil desselben Zusammenhangs sind. So kann aus Ablehnung Mitgefühl entstehen. Buddha wird also weder im Körper noch im Mythos gefunden, sondern in uns selbst und in unserem direkten Kontakt mit der Wirklichkeit.
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