Z00251 Tatsächlich gibt es kein einziges Wesen, das zu erretten wäre. (Sesshin 05.09.2025)

Diese Aussage des Diamant-Sūtras scheint dem Bodhisattva-Gelöbnis, alle Lebewesen zu erretten, zu widersprechen. In Abschnitt 25 heißt es jedoch: »Würde der Tathāgata meinen, dass es ein solches Wesen gäbe, so wäre er der Vorstellung von einem Selbst, einer Person, einem Lebewesen oder einer Lebensspanne verhaftet.« Doch wie lässt es sich leben, ohne in die Getrenntheit verstrickt zu sein? Schließlich sind wir von Lebewesen mit einer Identität umgeben und nehmen sie auch so wahr. In der Blumenpredigt hält der Buddha schweigend eine Blume hoch. Damit weist er darauf hin, dass sie aus Nicht-Blumenelementen besteht und man sie aus diesem Grund als Blume bezeichnen kann. Tatsächlich hält der Buddha drei Blumen hoch: die Blume, die Nicht-Blume und die allumfassende Blume. Allerdings ist es nicht leicht, diese dreifache Dimension jedes Begriffs in der Praxis jederzeit präsent zu haben. Einerseits gibt es den Geisteszustand, in dem wir uns mit den anderen Wesen verbunden fühlen und mit der Buddha-Natur in Kontakt sind. Dem gegenüber steht ein Geisteszustand, in dem wir gestresst vom Leben in der Getrenntheit den Kontakt zur Buddha-Natur gänzlich verloren haben. In solchen Momenten erscheint uns der Buddha als vollkommenes Wesen unerreichbar. Die Prajñāpāramitā besagen jedoch, dass die fünf Bereiche des Anhaftens auch ein Konstitutiv des Buddha-Wesens sind. Der Buddha setzt sich aus Nicht-Buddha-Elementen zusammen. Das Reine besteht aus dem Unreinen. So setzen sich auch unsere Beziehungen aus Ärger und Nichtverstehen zusammen. All das ist Teil der Welt, die von organischer Liebe zusammengehalten wird. Wenn wir diese organische Liebe verinnerlichen, können wir zunehmend in dem Zusammenhang bleiben, in dem wir uns tatsächlich befinden. Das Diamant-Sūtra möchte uns in eine Welt hinübergeleiten, die nichts und niemanden ausschließt.

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Z00250 »Ein Tag ohne Arbeit ist ein Tag ohne Essen« (Sommer-Sesshin 19.07.2025)

Dieser Ausspruch von Hyakujō Ekai ist in Fall 125 des Shūmon Kattōshū festgehalten. Damit wehrte er sich gegen die Befreiung von der anstrengenden Gartenarbeit im hohen Alter. Für ihn war es von größter Bedeutung, Arbeit als zentrales Element des klösterlichen Lebensstils zu praktizieren. Daher verfasste er entsprechende klösterliche Regeln, die bis heute in Zen-Klöstern umgesetzt werden. Auch in der Choka Sangha sind Meditation und Samu Kernelemente der Praxis, die das Gemeinschaftsleben und damit den Gruppengeist stärken. Was im absoluten Samadhi der Meditation erfahren wird, drückt sich im positiven Samadhi bei der Arbeit aus. Die gemeinschaftliche Arbeit unterstützt die Sensibilisierung für andere und die gegenseitige Spiegelung. Gerade dieser Alltagsbezug ist einer der größten Schätze der Zen-Praxis.

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Z00249 Dem duftenden Gras folgen… (Sommer-Sesshin 18.07.2025)

In diesem Teisho beschäftigt sich Christoph Rei Ho Hatlapa damit, wie wir die Zeichenlosigkeit im Alltag verwirklichen können. Er zeigt uns Wege, wie wir in der uns umgebenden Realität unterwegs sein können, ohne ständig etwas einzuordnen, und dabei trotzdem mit unserem jeweiligen Gegenüber in Verbindung bleiben. Bei dieser Herausforderung kann uns die Natur eine hervorragende Lehrmeisterin sein. Sie lädt uns ein, uns mit offenem Blick und ohne Einordnung in ihr zu bewegen. In Koan 36 des Hekiganroku unternimmt Chôsa einen solchen Spaziergang: Zunächst folgt er den duftenden Gräsern und kehrt auf der Spur der fallenden Blüten zurück. Um sich auf diese Weise mit offenem Blick und ohne Einordnung in die Natur hineinzubegeben, bedarf es eines tiefen Vertrauens in die Zeichenlosigkeit. Dieses Vertrauen können wir mit unserem Herzen aufbauen können, indem wir uns berühren und tragen lassen vom Meer der Mitwelt und so in einen mitfühlenden Kontakt zur Natur treten. Dabei sind wir nicht mit einem Ziel oder der Absicht etwas zu verändern unterwegs. Chôsa ging absichtslos im intuitiven Kontakt mit der Landschaft und sagte später: »Das gesamte Universum ist dein Auge. Das gesamte Universum ist dein ganzer Körper. Das gesamte Universum ist ein eigenes Leuchten.«

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Z00248 ToGenJi – Verborgene Pfirsichblüte (Sommer-Sesshin 17.07.2025)

In Koan 8 des Kattōshū findet sich Reiun Zhigins Erleuchtungsvers: »30 Jahre lang suchte ich einen Schwertmeister. Wie oft sind Blätter gefallen und neue Knospen zum Vorschein gekommen. Aber seitdem ich die Pfirsichblüten gesehen habe, habe ich nie wieder gezweifelt.« Anscheinend ist es Reiun beim Betrachten der Blüte gelungen, gleichzeitig die Nicht-Blüte zu sehen. Indem er die vielen Elemente erfasste, die mit ihr in einem Bedingungszusammenhang stehen, erkannte er gleichseitig die Zeichenlosigkeit der Wirklichkeit. Allerdings ist diesem Erlebnis ein langer Prozess vorangegangen. Schon der Entschluss in ein Kloster zu gehen, wurde früher auf eine harte Probe gestellt. Und auch heute braucht es Vertrauen in den Weg, um sich der Zen-Praxis zu stellen und die Zweifel zu überwinden, denen jeder Übende begegnet. Dabei kann ein Zen-Meister unterstützen. Reiun ist allerdings einsam erwacht. Shin’ichi Hisamatsu bemerkte dazu: »Obwohl das einsame Erwachen ohne jeden Meister oftmals als unwahres Erwachen zurückgewiesen wird, würde ich aus diesem Grund darauf bestehen, dass gerade dieses einsame Erwachen ohne Meister, das Erwachen im letztgültigen Sinne darstellt.« Für Hisamatsu war der endgültige Meister das wahre Selbst, das aus dem Kern des Ich-Selbst hervorbricht. Er verglich das formlose Selbst mit einer Raupe, die sich verpuppt und schließlich ihren Kokon als Schmetterling durchbricht. Dabei vereinigt sich die Puppe nicht etwa mit dem Schmetterling, indem sie sich selbst aufgibt, sondern sie verneint sich selbst. Als Reiun die Pfirsichblüte verneinte und das Universum darin erkannte, gab es dafür keine handelnde Ursache von außerhalb. Hilfreich für das Erwachen war für Hisamatsu die wechselseitige Teilhabe an direkter Selbsterforschung. Er empfahl, sich einer Gemeinschaft anzuschließen, die sich auf diesem Weg gegenseitig unterstützt. Eben dazu laden Christoph Rei Ho Hatlapa und die Choka Sangha in diesem Teisho ein – gemeinsam mit den Pfirsichbäumen auf dem Gelände und dem ToGenJi-Tempel, dessen Name »Verborgene Pfirsichblüte« bedeutet.

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Z00247 Frieden beginnt in dir. (Rohatsu 03.12.2025)

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht in den Medien von Drohnenangriffen und Aufrüstung berichtet wird. In vielen Koans ist ebenfalls von Schlägen und Stößen die Rede – etwa im Fall 100 des Hekiganroku, in dem ein Schwert den ganzen Himmel überschneidet, gegen das ein Haar geblasen wird. Doch wer im Zen-Kontext die todbringende Klinge und das lebenspendende Schwert führt, will damit keinesfalls sein Gegenüber verletzen. Das wahre Geheimnis der Kampfkunst besteht vielmehr darin, die Waffen im entscheidenden Moment ruhen zu lassen. Der wahrhaft reife Krieger hat den Mut, sich selbst kennenzulernen. Er stellt sich seinen inneren Drachen, verkörpert durch verdrängte Gefühlen und Gewaltimpulse, statt sie nach außen zu projizieren. Hass überwinden wir allein durch Liebe. Der wahre Feind ist der Irrglaube, vom Rest des Universums getrennt zu sein. Diesen Irrtum und die damit verbundenen Gierstrukturen gilt es im eigenen Herzen zu transformieren. Wer täglich übt, Unheilsames zu vermeiden, Heilsames zu verwirklichen und Bodhicitta zu erwecken, sendet friedvolle Signale in die Welt aus. Darin liegt das Wesen der Friedensarbeit.

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Z00246 »Über den Himmeln und darunter bin ich allein der Geehrte.« (Sommer-Sesshin 16.07.2025)

Fall 122 des Shūmon Kattōshū knüpft mit diesem Ausspruch Buddhas an die Legende zu seiner Geburt an. Dabei wies Buddha selbst immer wieder darauf hin, dass er ein Mensch sei und keine überirdische Gestalt. Er hatte besondere Einsichten, doch diese sind nicht exklusiv. Auch wir können diesen Weg gehen. Im vorliegenden Koan reagiert Zen-Meister Ummon dann auch entsprechend drastisch: Hätte er diesen Moment miterlebt, hätte er Buddha mit einem Stock erschlagen. Auch im Diamant-Sutra heißt es: Wer Buddha in Form oder Stimme sucht, wird ihn nicht finden. Denn äußere Merkmale sind letztlich Täuschungen. Wer aber die zeichenlose Natur der Zeichen erkennt, dem begegnet der Tathāgata. Denn die Wirklichkeit wird nicht in isolierten Formen, sondern im Zusammenhang aller Dinge erkannt. Darauf weist auch das berühmte Koan Mumonkan 6 hin, in dem Buddha eine Blume hochhält. Während die meisten nur eine Blume sehen, erkennen Buddha und Mahākāśyapa, dass diese Blume das ganze Universum enthält. Kompost, Sonne, Regen, Wind, Erde, Zeit – alles wirkt in ihr zusammen. Zu erkennen, dass eine Blume aus Nicht-Blumen-Elementen besteht, bedeutet, die Täuschung getrennter Zeichen zu durchbrechen. Dieses tiefe Schauen ermöglicht es uns, die Begrenztheit unserer Wahrnehmung zu überwinden. Wir erkennen, dass Menschen – selbst Konfliktpartner oder Feinde – Teil desselben Zusammenhangs sind. So kann aus Ablehnung Mitgefühl entstehen. Buddha wird also weder im Körper noch im Mythos gefunden, sondern in uns selbst und in unserem direkten Kontakt mit der Wirklichkeit.

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Z00245 Wem sich nur ein einziger Sitz vollendet, dem löst sich alles Karma. (Sommer-Sesshin 15.07.2025)

Auch wenn wir es oft nicht wahrhaben wollen: Das, was unsere Vorfahren erlebt haben, lebt in uns weiter. Nicht nur ihre Kultur, ihre Stärken und ihre Werte, sondern auch ihre Verletzungen, ihr Schweigen und ihre Traumata. So haben Krieg, Nachkriegszeit und autoritäre Erziehung Spuren in den Familien hinterlassen, die sich bis heute in unserem Verhalten, in unseren Beziehungen und in unseren inneren Haltungen zeigen. In Koan 105 aus dem Shūmon Kattōshū heißt es dazu: »Wenn jemand ordiniert wird, werden neun Generationen der Vorfahren in himmlischen Reichen wiedergeboren. Warum fiel Maudgalyayanas Mutter dann in die Hölle?« In diesem Teisho spricht Christoph Rei Ho Hatlapa über die Chance, durch Meditations- und Achtsamkeitspraxis von generationsübergreifend weitergegebenen Traumata frei zu werden. Insbesondere während eines Sesshins bietet sich die Möglichkeit, alte Muster zu erkennen, Tabuzonen zu öffnen und so Heilung in unsere Beziehungen zu bringen.

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Z00244 Was ist der einzige Weg zur Befreiung? (Sesshin 18.05.2025)

Diese Frage stellt Daitō in Koan 115 des Shūmon Kattōshū. Wertvolle Hinweise dazu finden sich im letzten Teil des umfangreichen Avatamsaka-Sūtras, in dem die Reise des jungen Pilgers Sudhana geschildert wird. Auf seiner Suche nach Erleuchtung begegnen ihm spirituelle Lehrer, die unterschiedliche Aspekte der buddhistischen Weisheit und Praxis verkörpern. Am Ende seines Weges wird der Pilger mit einer Vision von Indras Netz konfrontiert. Diese veranschaulicht, dass das Eine und das Viele einander vollständig durchdringen, ohne dass dabei der Charakter der Einheit oder der Vielheit verloren geht. Das Avatamsaka-Sūtra möchte uns aus dem Irrtum unseres pluralistischen Bewusstseins herausführen, wir stünden als voneinander getrennte Einzelwesen dem Rest der Welt gegenüber. Denn es ist die Einsicht in die Ganzheit der gegenseitigen, harmonischen Durchdringung aller Erscheinungen, die den Menschen in die Welt der Erscheinungen hineinführt, in der er sich aufgrund der in Weisheit geschauten Einheit allen Wesen warmherzig und heilend zuwendet. In diesem Teisho macht Christoph Rei Ho Hatlapa uns darauf aufmerksam, dass der Zusammenschluss der gewöhnlichen Welt und der des Dharmadhātu in der Meditation geschieht. Die Silas unterstützen uns zusätzlich dabei, uns in Harmonie mit dem ganzen Universum zu verwirklichen. Denn durch ihre Praxis aktivieren wir das Buddha-Bewusstsein in uns und nutzen es zur Transformation und zum Erlangen eines gütigen, freundlichen Universums, in dem universelle Liebe für alle da ist und es keinen Grund gibt, irgendjemanden auszuschließen.

Anmerkung:
Die Aufzeichnung des Vortrags endet mit dem Beginn der nachfolgenden Zufluchtnahme.

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Z00243 Der ewige Spiegel (Sesshin 17.05.2025)

In Kapitel 20 des Shōbōgenzō, der Schatzkammer des wahren Dharma-Auges, beschreibt Dōgen den ewigen Spiegel als das, was alle Buddhas und Vorfahren empfangen, bewahrt und von Geist zu Geist weitergegeben haben. Sie alle sehen dasselbe, leben in demselben Zustand und verwirklichen dieselbe Erfahrung. Dōgen verwendet das Bild des Spiegels als Sinnbild für den vollkommen klaren Geist und als Symbol für das Buddha-Bewusstsein, das nicht handelt und nicht urteilt, sondern einfach ist. Das Spiegeln ist das Spiegelsein selbst. Es ist also keine Tätigkeit des Geistes, es ist der Geist selbst. Leeres Bewusstsein, das nichts festhält und nichts hinzufügt. Wer den Spiegel beispielsweise zur Selbstoptimierung benutzen will, verfehlt ihn. Denn er ist kein Werkzeug, sondern Wesen. Er steht außerhalb von Zeit und Raum und ist ein Ausdruck der Integration von Form und Leerheit. Was im Spiegel erscheint, ist nicht vom Spiegel selbst getrennt. Ebenso ist das, was im Geist erscheint, nicht getrennt von der Natur unseres Geistes. In diesem Teisho lädt Christoph Rei Ho Hatlapa uns ein, uns mit diesem Spiegel zu beschäftigen und jeden Moment und jede Erscheinung als vollständigen Ausdruck des Dharma zu erkennen, zu wertschätzen und zu akzeptieren.

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Z00242 Tokusan trägt seine Schalen. (Pfingst-Sesshin 09.06.2025)

In jungen Jahren war Zenmeister Tokusan dafür bekannt, seinen Schülern mit Schlägen und Schreien zur Erkenntnis zu verhelfen. Ganz anders agiert jedoch der alte Tokusan, dem wir in Koan 13 des Mumokan und Fall 214 des Shûmon Kattôshû begegnen. In Letzterem kommentiert Shoukuo das Schweigen Tokusans als Antwort auf seine Frage, wohin die Weisen der alten Zeit gegangen seien, mit den Worten: »Ich verlangte ein schnelles Ross, aber ich erhielt einen lahmen Gaul.« Von Zeit zu Zeit zweifeln wohl alle Zenübenden an ihrem Lehrer und kommen, wie Seppo und Ganto zu dem Schluss, dass ihr Meister das letzte Zenwort wohl nicht kennt, wenn er mit seinen Essschalen in sein Zimmer zurückkehrt, statt seine Schüler mit einem tiefsinnigen Kommentar zurechtzuweisen, weil das Essen nicht pünktlich fertig war. Es ist eben bisweilen schwierig zu erkennen, dass Tokusans Reaktion Ausdruck einer heiteren Gelassenheit ist, die es ihm ermöglicht, das Verhalten seiner Schüler einfach stehenzulassen. Tokusan vertraut darauf, dass sie aus ihrem Verhalten lernen, wenn die Zeit reif ist. Indem er auf nicht identifizierte Weise auf das Treiben der Soheiten schaut, verkörpert er Upekkhâ, die vierte Art des Mitgefühls. Tokusan nimmt zur Kenntnis, dass Seppo und Ganto sich nicht angemessen verhalten, und lässt sie reden, da sie es nicht besser wissen. Doch damit fördert er, dass sie sich selbst hinterfragen und sich schließlich weiterentwickeln. Mit seinem raumgebenden Wesen begnügt sich Tokusan damit, als Vorbild zu dienen, und lädt auch uns ein, ihm zu folgen.

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