Schlagwort: Sinnhaftigkeit

Z0059 Das große Erwachen zur vollständigen Wirklichkeit

Unsere Doppelnatur von Form und gleichzeitig Grenzenlosigkeit macht uns oft noch Mühe oder wir zögern ängstlich vor der Anerkennung der Tatsache zurück, dass wir in gewissem Sinne immer auch Anteil an der Grenzenlosigkeit haben. Durch die Praxis der Zen-Übung können wir zunehmend mit dem in Kontakt kommen, was wir immer auch sind, und wir öffnen uns damit einer neuen Erfahrungsdimension.
Das erwähnte Koan stammt aus der Sammlung Mumonkan, Fall Nr. 20: Shôgens Ein Mann großer Kraft.
Zitat aus: Thich Nhat Hanh. Wie Siddharta zum Buddha wurde. Theseus, 1991

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Z0058 Buddhas Blumenpredigt

Vortrag von Oi Saidan Roshi im Sommer 2000 in Steyerberg – Buddhas Blumenpredigt

Oi Saidan Roshi spricht in diesem Vortrag in der großen Halle des Lebensgarten Steyerberg über die Übergabe der Lehre des Buddha in den Westen und anhand der Figur des Vimalakirti über die Rollen von Laien-Buddhisten und Mönchen und Nonnen im Zen.
Ōi Saidan Roshi (26.2.1915 bis 27.2.2018) studierte Zen unter Ienaga Ichidō vom Tōfuku-ji und lehrte Philosophie an der Universität Kobe. 1975 wurde er Abt des Tōkai-an im Myōshin-ji und wechselte 1990 zum Hōkō-ji. Er öffnete die Zen-Schulung für Laien, auch für Frauen und für Schüler und Schülerinnen aus dem Westen. 1986 leitete er das erste Sesshin in der Choka-Zendo im Lebensgarten Steyerberg. Zuletzt war er während der EXPO 2000 im Lebensgarten und in Hannover.
Am 27.2.2018 ging er, wie im Buddhismus gesagt wird, in die Verwandlung ein.
Übersetzung des Vortrags: Rei Ko Mukai und Christoph Rei Ho Hatlapa Roshi.

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Z0057 Über die Wahrnehmung 4

Dogen’s Erleuchtete Sicht (aus dem Shobogenzo)

Die Methoden, mit denen wir im Zen unsere Sicht erneuern, muten etwas merkwürdig an und haben manchmal sogar etwas Abschreckendes. Aber auch im ganz normalen Leben werden wir zum Umgang mit merkwürdigen Situationen herausgefordert. Was bedeuten die Katsu-Schreie des Alltags? Wie sieht das aus wenn man mit dem Buddha-Auge schaut?

Die Stimulierung des Buddha-Auges durch unerleuchteten Ausdruck eigener Bedürfnisse ist ein weit verbreitetes Phänomen. Hinter diesen Phänomenen liegen die menschlichen Bedürfnisse, die allen Buddha-Naturen zugehörig sind – unsere eigenen und die der Anderen. Den Buddha-Weg zu gehen, bedeutet auch, diese Bedürfnisse angemessen auszudrücken und sich um ihre Erfüllung zu kümmern.

Es geht darum, die Wahrnehmung im Buddha-Sinne zu entwickeln und die Dinge in ihrem Sosein zu erkennen. Das eigentliche Erkennen, den Zusammenhang mit uns selbst erkennen, tiefes Schauen, tiefes Hören, tiefes Fühlen und tiefes Schmecken lernen.
Beispielsweise kann tiefes Schmecken zu der Erkenntnis führen: “Weniger ist mehr.” Die Bescheidenheit entwickelt sich aus dem größeren Genuß und der vollen Aufmerksamkeit. Die Dinge ungenossen, ungekostet und oberflächlich berührt wegzuwerfen und direkt auf das Nächste zu springen, verursacht das Problem. Es lohnt ein Blick in das Fülle-Universum.

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Z0056 Ueber die Wahrnehmung 3

MU42 – Die junge Frau kommt aus dem Samadhi

Eines der wenigen Koans, in dem eine Frau vorkommt. Eine ungewöhnliche Situation für die geistige Welt des damaligen asiatischen Verständnisses.
Hier treffen verschiedene Welten aufeinander, die Welt der allumfassenden Weisheit, die Welt der Unterscheidung, die Welt der Männer und die Welt der Frauen.
Christoph behandelt diese verschiedenen Perspektiven mit der Frage: Warum kommt die Frau für den Anfänger aus ihrem kostbaren Samadhi und nicht für den weisen Manjusri, der sich konstant in der Welt der Einheit bewegt?

Er spricht über die Unterscheidung mit der sich unterschiedliche Wesen aufeinander beziehen und die Schönheit die darin liegt. Es hat etwas Besonderes und aktiviert Lebenskräfte. In unserer geschäftigen und gemeinsamen Welt können wir uns mit dem Zengeist frei bewegen, uns für den Samadhi entscheiden oder auf das Lebendige eingehen.

Dieses Koan kann uns unterstützen, die chronische Abwertung der Welt der Fülle neu zu bedenken und damit anders umzugehen. Wir sind von einer Welt der Fülle in eine Welt des Mangels geraten, nicht des tatsächlichen Mangels, sondern des geistigen Mangels mit der Vorstellung: Was wir brauchen ist knapp!
Das, was für alle da ist, wird in einer abwertenden Art behandelt. Um in die Wahrnehmung der uns umgebenden Fülle zurück zu finden, braucht es die Freude an den Unterschieden. Es braucht eine Verständigung der Geschlechter und ein Betrauern der Mangelwelt. Der wichtigste Punkt an diesem Koan ist: “Augen auf für das Schöne, freut euch an den Unterschieden!”
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Z0055 Über die Wahrnehmung 2

Wir alle entwickeln eine Vorstellung von Gut und Böse und können der sozialen Konditionierung nicht entgehen. Das gesamte Potential, mit dem wir auf die Welt kommen, teilen wir in unsere Schokoladen- und Schattenseite auf. Sozial Erfolgreiches leben wir und sozial Unerwünschtes unterdrücken wir. Unser lebhaftes Interesse an diesem Unerlaubten entfaltet sich in einer magischen Resonanz mit Menschen, die diese Dinge leben. Diese erst unsichtbare Schnittmenge tritt im Potential von Konflikten zu Tage, die uns ermöglichen, die Schattenseiten zu akzeptieren und zu integrieren. Nach C.G.Jung liegt unter diesen Schatten der interessanteste Teil unserer Persönlichkeit, das Selbst. Christoph beschreibt es als Buddhanatur, die sich hinter einer dicke Schatten- und eine weiteren dicken Schokoladenschicht zurückgezogen hat.

Der Buddha sagte zu Ananda: “So lange du es auf dieser dinglichen Ebene sehen willst, wirst du es nie sehen. Warum bist du es nicht selbst? Das Nicht-Sehen was du siehst.”
Wir suchen nach dem Signal in der Meditation, dass wir angekommen sind. Für uns alle bleibt es ein Dunkelgebiet und nur wir selbst können das Glück empfinden. Nur wir selbst können wissen, ob wir durch alles Sichtbare bis in die Welt der absoluten Leerheit hindurch gelangt sind.

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Z0054 über die Wahrnehmung 1

Die Buddhalehre konzentriert sich auf die Wahrnehmung der Wirklichkeit, auf die Wahrnehmung dessen, was wirkt.
Wie nehme ich mich selbst wahr, wie nehme ich das Gemeinsame wahr, wie nehme ich das Objektive wahr um das wir uns gemeinsam kümmern und wie werde ich von anderen wahrgenommen und was nehmen wir eigentlich gemeinsam wahr?

Christoph Rei Ho Hatlapa erläutert das Sichtbare aus den Perspektiven der 4 Quadranten nach Ken Wilber.
Unser Geist ist relativ unfähig eine Ganzheit zu erkennen aber sehr fähig Unterscheidungen zu treffen. Uns fällt es schwer, die Gleichzeitigkeit von Vorgängen und Wechselwirkungen bewußt zu sein und auszudrücken..
Das Innen spiegelt sich im Aussen wieder, das kollektive Bewusstsein und wie wir das Vertrauen in das Nicht-Zwei verankern können.
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Z0053 Teisho Niederrhein 5-11-2017

Über die Zunahme von Depressionserkrankungen in unserer Umgebung. Anhand des Märchens von den Sieben Raben erläutert Rei Ho Christoph Hatlapa den Zusammenhang zwischen Schuldgefühlen, Blockaden und möglichen Auswegen aus einer subjektiv ausweglos erscheinenden Situation. Mittels Achtsamkeit auf das, was in uns selber vorgeht und mit großer Entschlossenheit können wir uns mit unseren Bedürfnissen verbinden und wieder Zugang zur Quelle der Lebendigkeit in uns selber bekommen.

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Z0052_Die vier Aspekte des Mitgefühls und die Barmherzigkeit der Zen-Meister

Im abschließenden Teil seiner Vortragsreihe zu den Aspekten des Mitgefühls spricht Christoph Rei Ho Hatlapa anhand von Mumokan, Fall Nr. 22 darüber, was die Zen-Koans und die uns irritierenden Handlungsweisen der Zen-Meister mit den vier Aspekten des Mitgefühls zu tun haben. Das Wirken und die Lehre des Buddha ist darauf gerichtet, zum Wohlergehen mittels der Anwendung von Mitgefühl und Weisheit zu führen. Wobei vorausgesetzt wird, dass Weisheit, im Verständnis des Buddha, ein dynamisches Vorgehen darstellt, das auf der Erkenntnis der Wesensgleichheit beruht. Aus der Einsicht in die Natur der Wesensgleichheit ergibt sich dabei auch das Mitgefühl als unausweichliche Folge. Diese tatsächliche Einsicht lässt sich aber nicht «übertragen» sondern kann nur von jedem von uns selber, aufgrund der eigenen Übung, erlangt werden.
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Z0051_Upeka – anteilnehmender Gleichmut, gespeist aus der Weisheit der Wesensgleichheit

Upeka (skrt.: upekṣā), dem 4. Aspekts des Mitgefühls, der anteilnehmenden Haltung auf der Basis von Besonnenheit und Gelassenheit, hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun, sondern ist Ausdruck einer Verbundenheit, die auf der Weisheit der Wesengleichheit beruht. Meister Rinzai spricht in diesem Zusammenhang von der inneren Haltung, in der wir nicht mehr von den Umständen hierhin und dorthin getrieben werden. Wenn wir mit allen unseren Bedürfnissen SEIN können, ohne von ihnen umher getrieben zu werden, haben wir die Grundlage für diese Station des Mitgefühls erlangt, die als upeka – Gleichmut – bezeichnet wird.

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Z0050 Mudita – Freude und anteilnehmende Freude als Aspekt des Mitgefühls im konkreten Leben

‘Mudita’ – Freude und anteilnehmende Freude haben einen vollkommen anderen Charakter als eine Belohnung. Die Erfahrung zeigt, dass das Belohnungs- und Bestrafungssystem in unserer Kultur die Menschen oftmals nicht dafür motiviert, selbstständig ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Systematische «Belohnung» kann sogar die intrinsische Motivation langfristig zerstören. Mudita bedeutet etwas anderes, als die «Freude» über Belohnung. Und die Haltung von Mudita schließt ein, jedes Bedürfnis als bedeutungsvoll zu erkennen: wenn wir uns in der Haltung von ‘Mudita’ begegnen, können wir – mit Hilfe von Fantasie und Kreativität – ein Sowohl-als-auch der Erfüllung unserer Bedürfnisse als auch derjenigen von anderen ermöglichen. Mudita bedeutet dann ein Akt des Mitgefühls, der sich in anteilnehmender Mitfreude und im gemeinsamen Feiern ausdrückt.

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