Z00171 Der Zenmeister Joshu als Brückenbauer des Geistes und als Krieger des Herzens

Im Hekiganroku, Fall Nr. 52, Joshus Steinbrücke, wird geschildert, wie ein Mönch, der den Meister Joshu noch nicht als Brückenbauer erkennen kann, sich mit einer provokativen Frage an ihn wendet.
Für den Bodhisattva geht es darum, auch in schwierigen Situationen und auch wenn seine Bemühungen nicht mit offenen Armen aufgenommen werden, Brückenbauer zu bleiben.
Die Aktionen des Earthsteward Netzwerkes, die von Danaan Parry in Vietnam begleitet wurden, zeigen, dass es auch in einer anscheinend unauflöslich verfeindeten Situation möglich ist, mit der Kraft des Kriegers des Herzens neue Brücken zu bauen und zur Versöhnung beizutragen.

Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende.
Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/
Herzlichen Dank

Z00170 Die vier Bodhisattvagelübde (Sommersesshin 8.7.2022)

Ausgehend von der Unsicherheit bezüglich der Frage, was wir eigentlich mit unserem Leben anfangen wollen, wählen wir bewusst eine Intention, mit der wir dann konsequent unterwegs sein können. Anhand der Gründung des Lebensgartens und der damals gesetzten Intentionen erläutert Christoph die Voraussetzungen für die Umsetzung von Visionen. Bei deren Manifestation und auch bei der Befolgung der Gelübde können uns die Paramitas Orientierung bieten, nämlich: Freigebigkeit (Dāna), ethische Richtlinien (Śīla), Geduld (Kṣānti), Tatkraft (Vīrya), Meditation (Dhyāna), Weisheit (Prajñā). In Richtung der Befreiung aller Wesen zu gehen kann aber auch schon mit einem raumgebenden Zuhören beginnen.

Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende.
Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/
Herzlichen Dank

Z00168 Der Mut zum Loslassen (Sommersesshin 6-7-2022)

Im Kattoshu, Fall 263, wird berichtet, dass Meister Kanzan einen Mönch kritisiert, der nach einer Antwort auf die große Frage von Leben und Tod verlangt.
Kanzan Egen bietet ihm aber keine Lösung, sondern verweist ihn auf sich selber.
Der Krieger des Herzens wurzelt in der Erfahrung der Grenzenlosigkeit. Die Frage für uns ist, ob wir uns mehr in der Grenzenlosigkeit zuhause fühlen, oder ob wir eher Mißtrauen nähren. Wenn – grundsätzlich nützliche Zuschreibungen, was gehört zu mir und was nicht – ein vorherrschendes Konzept werden, dann kann diese Haltung zu einem Gefängnis werden. Und dann kann eine aufrüttelnde Reaktion, wie die von Meister Kanzan gegenüber dem Mönch, für uns eine Hilfe werden, um ins Erfahren zu kommen.
Wenn wir uns für unsere eigenen Motivatinen öffnen und auch für diejenigen unseres Gegenüber, dann können wir einen neuen Zugang zu unserer Lebendigkeit bekommen, auch in den Momenten des Scheiterns. Dieser Prozess des Sich-Öffnens und des Loslassen, ein Prozess des Erwachsen werden, ist aber auch oft mit Furcht und Zittern verbunden und braucht viel Mut von uns, um bewusst erlebt zu werden.

Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende.
Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/
Herzlichen Dank

Z00167 Krieger des Herzens (Sommersesshin 5.7.2022)

Im Kattoshu Fall Nr. 225 finden wir eine Anekdote, die mit dem Namensgeber der Choka Sangha in Verbindung steht. Niaoke Daolin, japanisch Choka Dorin (Meister Vogelnest), sagt darin: “Wecke den Geist des Mitgefühls in deinem Herzen – Bodhicitta!”
Dieser Geist, der Geist von Bodhicitta, ist uns zwar potentiell zugänglich, braucht aber unsere Intention, ihn zu erwecken. Die buddhistische Lehre betont: selbst die gewöhnlichsten Menschen haben einen Geist der Erleuchtung, der Bodhicitta genannt wird, als Möglichkeit in sich. Und die Offenheit und Wärme von Bodhicitta ist auch tatsächlich unsere wahre Natur und unser innerste Befindlichkeit.
Wie können wir aber als Buddhisten reagieren, wenn uns zum Beispiel im Alltag Aggressivität entgegengebracht wird? Und wie können wir die Energie von Bodhicitta in uns ansammeln?
Christoph führt hier den von Danaan Parry als Anregung dazu gegebenen, siebenfachen Weg zum Frieden an:
1. Wenn wir mit unserem eigenen Herzen in Frieden sind, dann werden wir mit Allen, und mit Mutter Erde, in Frieden sein.
2. Wenn wir erkennen, dass unser Planet selbst ein lebendiger Organismus ist, der sich gemeinsam mit der Menschheit entwickelt, werden wir der Führung würdig.
3. Wenn wir uns als Diener unseres Planeten sehen, und nicht als Eigentümer und Beherrscher, wird unsere Arbeit dauerhafte Zufriedenheit hervorbringen.
4. Wenn wir das Konzept des rechten Lebenserwerbs als das Grundrecht Aller akzeptieren, werden wir einander respektieren.
5. Wenn wir die Heiligkeit allen Lebens respektieren, werden wir wirklich frei sein.
6. Wenn wir uns von unserer Anhaftung an unsere Egopersönlichkeit befreien, werden wir in der Lage sein, unser Eins-Sein zu erfahren.
7. Wenn wir unser Eins-Sein erfahren und unsere totale Verbundenheit mit allen Wesen, werden wir in unserem eigenen Herzen in Frieden sein.

Literatur:

Danaan Parry. Warrior of the Heart. Dt.: Krieger des Herzens. (Momentan über Amazon gebraucht zu bekommen)

Pema Chödrön. Geh an die Orte, die du fürchtest. Buddhas Weg zu Furchtlosigkeit in schwierigen Zeiten. Übers.: Schuhmacher, Stephan. Arbor Verlag

Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende.
Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/
Herzlichen Dank

Z00166 Der große Klang hinter den Geräuschen der Welt (Issum 11.6.2022)

Im Kattoshu, Fall Nr. 238, Rojas große Glocke, wird berichtet, wie Shogen Meister Roja Ekaku zitiert, der über “diese Sache” spricht, also über die Buddhanatur, die Essenz sowohl unseres Wesens als auch die Essenz des Seins selbst. Und Meister Roja stellt diese Essenz als Klang einer großen Glocke dar, einem Klang, der das ganze Universum durchdringt. Dieser Grund- oder Urklang, bzw. die Stille hinter den vordergründigen Lauten, liegt allen Formen und Erscheinungen zugrunde. Die Frage ist, ob wir diesen Ur-Klang oder diese Stille hinter den Klängen, wahrnehmen können oder nicht.
Wir hören aber oft auch die Klagen der Leidenden, zu denen auch wir selber gehören. Das raumgebende Zuhören des Bodhisattva Avalokiteshvara, aus dieser großen Stille heraus, kann den Leidenden die Möglichkeit geben, dem Klang ihrer eigenen Stimme auf die Spur zu kommen. Und auch wir selber können, indem wir aus der Stille heraus zuhören, dem Leidenden ermöglichen, sich selber besser zu verstehen.
Und in der Meditation können wir, aus der Stille heraus, uns selber den Raum geben, in dem wir uns dann selber besser zuhören und verstehen können. Und auch in der – von uns so wahrgenommenen – Aussichtslosigkeit können wir dann, wenn wir den vorlauten Verstand beruhigen, vielleicht noch einen Segen entdecken.

Z00165 Himmel und Erde in Harmonie bringen und dem inneren Kind begegnen (6.6.2022)

Anhand vom vorletzten Koan aus dem Hekiganroku, ’Der zehnkörprige Hirte’, spricht Christoph Rei Hatlapa über die Praxis, Zugang zu allen fühlenden Wesen zu finden.
Der ’alltägliche Geist’, der nach Meister Nansen mit ’dem Weg’ eins ist, wird vor allem von Kindern repräsentiert. Und für uns Praktizierende ist es ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, wenn wir unsere ’inneres Kind’ erst einmal wirklich wahrnehmen und dann aus dem Unbewussten befreien. Und besonders dann, wenn wir schon im fortgeschrittenen Alter sind, kann es zu unserer Aufgabe werden, dem eigenen inneren Kind noch einmal voller Mitgefühl und Bescheidenheit zu begegnen.

Um für junge Erwachsene den Aufenthalt im ToGenJi zu ermöglichen, bitten wir um eine Spende.
Sie finden die Kontodaten/Paypal auf unserer Website http://choka-sangha.de/kontakt/spenden/
Herzlichen Dank